
genius lat.
Geist, inneres Wirkungsprinzip
saeculum lat.
Zeitalter
Warum genius saeculi?
Die Idee des genius saeculi ist dem
antiken Begriff des genius loci, der auf dem Verständnis beruht,
daß bestimmten
Orten auch ein besonderer Geist innewohnt, wesensverwandt.
genius
saeculi beschreibt
das den Erscheinungen einer Epoche bestimmende und zugrundeliegende
Prinzip, den Zeitgeist.
Seit Beginn des Informationszeitalters
ist es die prägende Kraft der Zeit, die gegenüber der
des Ortes immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Das Internet und insbesondere
das World Wide Web spiegelt als deutlichster Ausdruck des neuen
Zeitalters die Wirkung des Zeitgeistes.
Darum genius saeculi.
www.zeitgeist.info
Eine kurze
Geschichte des Zeitgeistes.
Das Konzept
des genius saeculi ist sprachgeschichtlich
jünger als
das des genius loci.
Schon im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm
fand sich jedoch ein Eintrag zu genius saeculi.
Die Geburtsstunde der Wortschöpfung Zeitgeist hingegen ist genauer dokumentiert.
1769 verfasste der deutsche Philosoph Johann Gottfried Herder ein Pamphlet
zur Schrift 'Genius Seculi' des Philologen
Christian Adolph Klotz, der darin die These vertrat,
die Wirkung des genius saeculi lasse sich auch an der
Gestalt
der Münzen einer Epoche ablesen.
Herder übersetzte
in seiner Schmähschrift den 'Genius Seculi' des
Christian A. Klotz mit Zeitgeist.
Zeitgeist ist als deutsches Lehnwort Bestandteil der englischen, spanischen,
niederländischen und auch
der japanischen
Sprache geworden.
